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Auf der Suche nach einem thematischen Ansatz für dieses genreübergreifende
Projekt der Jugend&KunstSchule Dresden suchten wir vor der Haustür.
An eine Geschichte, die auf Schloß Albrechtsberg spielt, war nicht
vordergründig gedacht. Märchen bieten vielfältige Möglichkeiten,
sich mit aktuellen Alltagsthemen auseinander zusetzen, Gutes und
Schlechtes zu erkennen und Phantasie zu beflügeln. Also dann doch der
Ort des Schlosses: allerdings in anderem Gewand. Das Türkische Bad
erbaute der orienterfahrene Carl von Diebitsch nach Vorlagen der
Alhambra in Granada. Bereits 1953 stellte die experimentierfreudige (Innen-)Architektur
des Schlosses Albrechtsberg die Vorlage für den Wolfgang Staudte-Film
„Der kleine Muck“.
„Der kleine Muck“ – behindertes Kind, Waise, auf der Suche nach
dem Glück, gegen Krieg und Intoleranz. Der Reichtum arabischer Kultur
im Gewand des 1826 erschienenen Märchens von Wilhelm Hauff beendete
unsere Suche. Ein Inszenierungsvorhaben in der Begegnung der Kulturen
zwischen Orient und Okzident war geboren. Lassen sich doch in märchenhaftem
Gewand aktuelle Alltagsfragen mit Kindern und Jugendlichen erarbeiten,
Fremdes erkunden, die Begegnungen mit Unbekanntem arrangieren. Gerade in
einer Zeit der massiven kriegerischen Auseinandersetzungen von Völkern
im arabischen Raum, der immer wiederkehrenden (nicht nur optischen)
Erfahrungen aus Nachrichtensendungen und Printmedien sind Kinder und
Jugendliche mehr denn je gefordert, für sich und ihr eigenes Leben
Antworten zu finden. Historische Wurzeln erkennen, fremde Kulturen
erfahren, Lebenswelten Anderer erleben ist für die ganzheitliche
Entwicklung unmittelbar notwendig.
Von Anfang an war klar, dass neben den Sängerinnen des Mädchenchores,
Tänzerinnen und Tänzer der Tanzbühne Kaleidoskop, Spielerinnen und
Spieler der Figurentheatergruppe und der Theatergruppe agieren sollen.
Die Trickfilmer und Zeichnenden gestalterische Aufgaben wahrnehmen. Und
auch Kinder, die die Grenzen ihrer eigenen Kurswelt überschreiten
werden (Sängerinnen als Spielende, Tanzende als Sprechende etc.).
Involviert sind auch Schülerinnen und Schüler der Chorbühne an der
63. Grundschule im Rahmen eines GTA-Projektes. Das Nader Khafif Quartett
aus der Dresdner „Seidenstraße“ begleitet und gestaltet live das Bühnengeschehen
und ist besonders für die beteiligten Kinder und Jugendlichen nicht nur
eine künstlerische Erfahrung.
Das Spielbuch schuf Dieter Beckert, Katja Heiser führt Regie, Claudia
Sebastian-Bertsch, Annett Lohr, Sabine Oeft, Oliver Georgi sind die künstlerischen
Leiter, Simone Hermsen gestaltete die Kostüme, Ralf Köhler das Bühnenbild.
Erik Brünner ist der Erzähler, alle anderen 72 Akteure sind die Kinder
und Jugendlichen selbst. Interessierte Besucher allen Alters werden
erwartet und wie sagte eine Darstellerin: "Viele sollen sehen, dass
Kunst Spaß machen kann und vor allem Menschen verbindet. Manchmal
begegnet der kleine Muck mir auch im Alltag, als anders Seiender und
dann bedarf es vieler, damit er nicht diskriminiert wird. Die
Gemeinschaft, für Schwache da zu sein, ist nicht nur auf der Bühne
wichtig." Und auch deswegen wird die weiße Rose sichtbar sein.
Heike Heinze
Leiterin Jugend&KunstSchule Dresden
Kontakt:
Telefon: +49351 - 79688512
Mobil: +49174 - 3396729
FAX: +49351 - 79688511
E-Mail: HHeinze@jks.dresden.de
Premiere 13.02.2010, 15 Uhr, Staatsoperette Dresden
Weitere Vorstellungen:
14.02.2010, 15 Uhr, Staatsoperette Dresden
20.03.2010, 15 Uhr, Jugend&KunstSchule Dresden, Schloß
Albrechtsberg, Bühne im Torhaus
21.03.2010, 15 Uhr, Jugend&KunstSchule Dresden, Schloß
Albrechtsberg, Bühne im Torhaus
Karten zum Preis von 8,50 EUR, 5,50 EUR ermäßigt für den
13./14.02.2010 unter 2079929
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