So führte zum Beispiel Hofmarschall Johann Georg von Osterhausen im Jahr 1620 die
Rittergüter Lockwitz und Nickern zusammen, er ließ in Lockwitz 1621 ein neues
Schloß
und 1623 eine neue Schloßkirche errichten. Oder Geheimrat
Gotthelf Friedrich von Schönberg, der 1680 und 1692 die
Rittergüter Nieder- und Oberlockwitz erwarb und von 1699
bis 1702 die Schloßkirche in der bis heute erhaltenen Weise
umbauen ließ. Oder Johann Friedrich Graf von Dallwitz, der etwa um 1740 wiederum ein völlig neues
Schloß erbaute.
Im Jahr 1866 kaufte Carl Johann Frhr. v. Kap-herr das ca. 265 ha große Rittergut Lockwitz,
verbunden mit dem Kirchenpatronat. Auch er ließ das
Schloß kurz darauf umbauen und
durch Aufstockung vergrößern – vermutlich von den Lockwitzer Baumeistern Carl Kirsten
und Otto Kreyssig, welche für seinen Bruder 1887/88 auch
Schloß Prohlis neu gestalteten.
Karl Johann und seine Nachkommen förderten weitere, zahlreiche Vorhaben in Lockwitz.
Unter anderem stiftete sein Sohn Hermann Thomas nach dem 1. Weltkrieg die neue
Kirchenglocke, sein Enkel Richard Hermann richtete 1929 im großen Speisesaal des Schlosses
ein Heimatmuseum ein. Im Herbst 1945 wurde das Rittergut durch Bodenreform
enteignet und Richard Hermann mit seiner Familie nach Rügen deportiert. Von dort gelang
ihnen später die Flucht in den Westen.
Ab 1946 befand sich im Schloß die Staatliche Feuerwehrschule. In den 50-er Jahren
baute man das Innere des Schlosses vollständig um zur Betriebsschule für Geodäsie und
Kartographie. Später errichtete man im Schloßpark noch 2 riesige
Schulungsbaracken und 2 KFZ-Hallen für die Freiwillige
Feuerwehr Lockwitz. Zuletzt befand sich dort die Vermessungsschule des Landesvermessungsamtes Sachsen.
Das Schloß und die beiden Schulungsbaracken haben aufgrund der andauernden Nutzung
bis zur Schulschließung im Jahr 2001 einen halbwegs funktionsfähigen Zustand
bewahrt. Die zur Schloßanlage gehörigen Wirtschaftsgebäude und Wohnhäuser sind
jedoch größtenteils verfallen.
Moritz Frhr. v. Crailsheim
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