|
Zu diesen Aufgaben zählt der geplante Umbau des Kulturpalastes
mit Einbau eines Konzertsaales mit Sicherheit nicht. DIE LINKE
und auch die Grünen (stimmten für den Umbau) stellten Eilanträge
zur Sicherung des Betriebes und zur Neukonzipierung des Umbaus
(Pläne dazu gibt es bereits). Beide Anträge wurden als nicht
eilbedürftig abgelehnt. Nun wird der Stadtrat diese Anträge in
seiner Sitzung im März behandeln.
Da der erste Bürgermeister Hilbert den Stadtrat in seiner
Stellvertreterfunktion für Helma Orosz, die im März die
Amtsgeschäfte wieder übernehmen will, das letzte Mal leitete,
bedankte sich die Fraktion DIE LINKE mit einem Blumenstrauß für
dessen Engagement. André Schollbach, Fraktionsvorsitzender der
LINKEN im Dresdner Stadtrat, stellte insbesondere heraus, dass
Hilbert alle Fraktionen in die Arbeit einbezog und in manchen
Entscheidungen auch mal dem Mainstream der Fraktionen von CDU
und FDP nicht folgte.
In der Fragestunde bat ich um Auskunft nach den Anmeldungen von
Kundgebungen oder Demonstrationen für den 13. und 18. Februar
mit der Angabe von Anmeldenden, Ort oder Route. Leider war die
Antwort sehr unvollständig: 13. Februar. 18 Anmeldungen, 18.
Februar: 7 Anmeldungen. Die Antwort auf die Frage, wer wo
angemeldet hatte, blieb Bürgermeister Sittel dem Stadtrat
schuldig. Bürgernähe und Transparenz stelle ich mir anders vor.
Aber ich verspreche Ihnen, an diesem Thema dran zu bleiben. In
diesem Jahr konnte am 13. Februar der sogenannte „Trauermarsch“
der Rechten auf einen Strecke von ca. 800 m zusammengekürzt
werden. Das Bündnis „Nazifrei - Dresden stellt sich quer“ hatte
große Teile der Route durch Blockaden am World-Trade-Center, am
Sternplatz und an der Budapester Straße/Josephinenstraße
versperrt. Am Sternplatz wurde die Blockade von Dresdnerinnen
und Dresdnern mitgetragen, die vorher an der Menschenkette
teilgenommen hatten. Am 18. Februar gab es keinen Naziaufmarsch
in Dresden, sondern vor allem eine Großdemonstration des
Bündnisses „Nazifrei-Dresden stellt sich quer" gegen Rassismus
und Fremdenhass sowie gegen die Verhältnisse in der sächsischen
Justiz, die immer noch das sich Entgegenstellen gegen
Naziaufmärsche als kriminell verurteilt. An dieser Demonstration
nahmen ca. 10 000 Menschen aus Dresden, ganz Deutschland,
Tschechien, Österreich, Polen und Schweden teil. Auf dem
Schlossplatz versammelten sich ca. 1500 Menschen zur Kundgebung,
welche die die AG 13. Februar bei der Bürgermeisterin
vorbereitet hatte. Als Kundgebung als Protest in Sicht- und
Hörweite der Nazidemonstration konzipiert, verlor sie an diesem
Tag (zum Glück) ihren Gegenstand und damit wohl auch ihre
Mobilisierungskraft. Nun ist es an uns, die alltäglichen
faschistischen Einflussnahmen, Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit, in Dresden und in Deutschland konsequent
zurückzudrängen, ihnen den Boden zu entziehen.
Ein Schritt dazu ist z. B. die zügige Beseitigung des Mangels an
Kitaplätzen – vorerst im Krippenbereich. Damit würde ein Schritt
zur Beseitigung sozialer Ungerechtigkeit getan. Junge Eltern
könnten Familienglück und individuelle
Entfaltung/Berufstätigkeit besser miteinander verbinden. Weniger
Kinder müssten in Armut leben oder wären von Armut bedroht.
Um den Sanierungsstau an Dresdner Schulen zu beseitigen, muss
intensiv weiter investiert werden. Das bedeutet aber auch, dass
Schulen immer wieder ausgelagert werden mussten. Ein Antrag der
LINKEN, eine bzw. zwei zentrale Ausweichschulen im Zentrum
Dresdens einzurichten, fand seinem Wesen nach Zustimmung bei
allen Fraktionen.
Ebenfalls eine Mehrheit fand ein Antrag der Grünen-Fraktion auf
das Schaffen von Voraussetzungen für Liveübertragungen der
Stadtratssitzungen. Ein weiterer Antrag auf Erstattung von
Kosten, die bei der Wiederinbetriebnahme einst geschlossener
Schulen (vom Land verfügt) fand nur eine knappe Mehrheit von 34
Stimmen. Die Fraktionen von CDU und FDP stimmten dagegen.
Derzeit befindet sich die nächste Stadtratssitzung, welche am
15. März im Kulturrathaus stattfindet, in Vorbereitung. Am
Montag, dem 5. März wird der Ältestenrat über die
vorzuschlagende Tagesordnung entscheiden.
Am 11. April wird in
Prohlis ein Vortrag mit Diskussion zum Problem der Kinderarmut
in unserem Wohngebiet stattfinden. Über Ort und Zeit informieren
wir noch rechtzeitig.
Ihre Stadträtin der LINKEN
Dr. Margot Gaitzsch
|