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IDEE 01239 e.V. Stadtteilforum Prohlis
Kunstprojekt im Auftrag der Nachbarschaft und mit der Nachbarschaft - der Essbare Vorgarten
FREIRAUM für IDEE 01239
“Suche: Terrasse mit (essbarem) Gartenteil“ könnte die Überschrift lauten, unter der die Mitglieder des
Vereins IDEE 01239 in Dresden Prohlis – allesamt Bewohner des Stadtteils und mehr oder weniger
langzeitarbeitslos – erneut zur kulturellen Selbsthilfe bei der Gestaltung ihres Lebens- und Arbeitsumfeldes
schreiten und 2010 ein gemeinnützig angelegtes, partizipatorisch durchgeführtes Projekt starten.
Absicht des Vorhabens ist es, den soziokulturellen FREIRAUM des Vereins inhaltlich nach Außen zu
erweitern, vor allem aber sichtbar auf die dem Verein zur Verfügung stehende Fläche vor dem Haus
auszudehnen und dort gemeinschaftlich erlebbar wie öffentlich nutzbar zu machen. Das wesentliche
Anliegen des auf Nachhaltigkeit zielenden Unternehmens ist eine möglichst breite Bürgerbeteiligung
und vor allem die aktive Mitwirkung Prohliser Einwohner in allen Projektetappen, von der gemeinsam
entworfenen Freiraumplanung bis zur Errichtung und langfristigen Betreibung des Gartens. Eine Idee,
mit der sich weitergehende Aktivitäten verbinden, Co-Projekte entfalten und etablieren lassen.
Dank einiger Projekterfahrung, vorangegangener Vernetzungsarbeit und der erhaltenen Förderungen*
kann die im Verein gebildete Arbeitsgruppe erneut die kreative Fachpartnerschaft mit einem Künstler
eingehen, wiederholt mit einem geeigneten Arbeits- und Bildungsträger kooperieren und besonders bei
der Bauausführung mit jungen Heranwachsenden (ohne Arbeit, Schul- o.
Berufsabschluss) zusammenarbeiten,
sie längerfristig in das Projekt- bzw. Vereinsangebot integrieren, sowie in nachbarschaftlich
freiwillige Formen einer anspruchsvollen Beschäftigung einbeziehen. Mittels baulicher, den Erfordernissen und Gegebenheiten des Geländes entsprechender Einrichtungen
und mobiliarer wie gärtnerischer Ausstattungen zur dauerhaften Aufwertung der brachliegenden Fläche
soll ein begrünter und multifunktional benutzbarer Nachbarschafts-Raum entstehen, der z.B. als Treffpunkt
oder Aufenthaltsort, für Veranstaltungen, Besprechungen oder freie Betätigungen dienen kann.
Darüber hinaus wird die Bepflanzung sogar essbar sein und von dem parallelen Kochprojekt beerntet.
Ein Patchwork-Garten also, vor dem Haus, der das Wirken des Vereins innerhalb der gesellschaftlichen
Strukturen und Situationen widerspiegeln wird, in denen er sich befindet, mit denen er umgeht,
in die er eingreift, die er verändert oder partiell neu gebildet hat. Denn jede Art von Garten oder Grünanlage
ist – nach Auffassung der das Projekt anleitenden Künstlerin – Ausdruck des Umgangs, der
Bewältigung und Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt wie seines Verhältnisses zu
ihr, und zeigt die Formen und Muster dieser permanenten Prozesse, welche Format, Stil, Wirkung,
Sinn und Zweck der Anlage prägen.
Ganz in dem Sinne, dass der Vorgarten die Visitenkarte eines Hauses (und seiner Bewohner) ist, die
sich derzeit leider nur mit Stichworten wie: öde, trostlos, abgeschnitten, benachteiligt, etc. beschreiben
lässt. Ein unhaltbarer und kaum einladender Zustand, gemessen am Innen- und Vereinsleben eines
Hauses, das unter Denkmalschutz stehend und äußerlich unsaniert, immerhin Teil des nur einseitig
restaurierten früheren Bauern-, jetzt Palitzschhofes sowie Nachbargebäude des von Gartenanlagen
umgebenen Heimatmuseums ist – und auf der anderen Seite im Schlagschatten eines in Plattenbauweise
errichteten Hochhauses mit 16 Geschossen steht. Dramatischer könnte die städtebaulich sehr
gegensätzliche Umgebung und das extreme Spannungsverhältnis nicht sein, mit der die Arbeit und
Anwesenheit des Vereins nicht nur räumlich und optisch korrespondiert, sondern die Nahtstelle beschreibt,
an der der Verein operiert: eine stadtplanerisch, ökologisch, wirtschaftlich wie soziokulturell
kritische Situation, worauf die künftige Gestaltung des FREIRAUMS von IDEE 01239 mit dem Öffnen
seiner Räume nach Außen reagiert. Was nicht zuletzt wegen des schmalen Platzangebots eine höchst
kreative und kommunikative Herausforderung für alle Beteiligten ist.
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